Die hope eden community school


Gute Bildung ist Mangelware 

Die Bewohner der ländlichen Region haben oft keinen Zugang zu guter Bildung. Die Kosten für den Schulbesuch können viele Eltern nicht aufbringen, erst recht nicht für mehrere ihrer Kinder. Zusätzlich zum landesüblichen Schulgeld entstehen Kosten für Schulbücher, Schuluniform, Registrierungskosten, Fahrtkosten, Essensgeld. Die vorhandenen Schulen befinden sich meist in einem desolaten Zustand. Gebäude und Ausstattung sind mangelhaft, Lehrer werden unregelmäßig oder gar nicht bezahlt, und Klassengrößen von über 80 Schülern sind an der Tagesordnung. Viele Schüler können deshalb sogar am Ende der sechsten Klasse noch nicht richtig Lesen und Schreiben. 

Die Schule

Die Hope Eden Community School (HECS) ist eine Schule für Kinder, deren Eltern sich den regulären Schulbesuch nicht leisten können. Gemäß dem Schulmotto „Helped to help“ sollen Kinder aus der strukturell benachteiligten Umgebung Abujas die Chance auf eine gute Schulausbildung bekommen. Sie sollen hauswirtschaftliche, technische und andere praktische Fähigkeiten erlangen, um so später eigenständig leben zu können. Dann können sie ihren Teil dazu beitragen, ihr Land positiv zu verändern. Die begünstigten Familien sind nicht in der Lage finanziell etwas beizusteuern, können sich aber durch ihre Arbeitskraft einbringen. Viele Eltern helfen beim Bau der Schule oder bei der Reinigung und Instandhaltung mit. Andere unterstützen die Schule durch Nahrungsmittelspenden für das Schulessen.

Kindergarten und Vorschule

Um die Schülerinnen und Schüler bestmöglich auf die weiterführenden Schulen vorzubereiten, müssen gute Grundlagen gelegt werden. Im Kindergarten steht das spielerische Lernen im Vordergrund. Hier erfahren die Kinder, wie sie miteinander umgehen und wie man sich als Teil einer Gruppe verhält.

Die Kommunikationsfähigkeit ist dabei ein zentrales Ziel. Für die meisten Kinder ist Englisch nicht ihre Muttersprache. Da Englisch jedoch als offizielle Sprache unerlässlich ist, müssen die sprachlichen Grundlagen bereits so früh wie möglich angelegt werden. Erst wenn die Kinder am Ende ihrer Vorschulzeit fließend Englisch sprechen, erfüllen sie die Voraussetzungen, um auch das Schreiben lernen zu können.

Qualität statt Quantität 

Zurzeit besuchen über 130 Kinder in zwei Kindergartengruppen, einer Vorschulklasse und sechs regulären Klassen die Schule. Kleine Klassengrößen ermöglichen dabei auch die individuelle Betreuung einzelner Lernender. Bei Kindern mit besonderem Förderbedarf gibt es darüber hinaus das Angebot von zusätzlichem Förderunterricht in den Hauptfächern. Dieser findet außerhalb des Klassenraums in Mini-Lerngruppen sowie in Eins-zu-eins-Betreuung statt. Viele einheimische Lehrende sind mit dieser Art des Unterrichtens nicht vertraut. Deshalb finden regelmäßige Schulungen für das Kollegium statt. Dort werden gezielte Trainingseinheiten zu wichtigen Themen durchgeführt.

Ernährung 

In der Schule erhalten die oft mangelernährten Kinder sowohl einen kleinen Frühstückssnack, als auch eine reichhaltige Mahlzeit. Bei Bedarf wird auch medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Wie wichtig diese Maßnahme für die Entwicklung der Kinder ist, zeigt sich regelmäßig zu Beginn des neuen Schuljahrs. Nach mehreren Wochen Sommerferien haben einige Kinder an Körpergewicht verloren und sehen deutlich magerer aus.


Hygiene 

Die Lebensverhältnisse der Kinder sind oft sehr einfach, und das Thema Hygiene spielt in vielen Familien nur eine untergeordnete Rolle. Viele Krankheiten entstehen durch mangelnde Hygiene. Deshalb gehört das Thema zum festen Lehrplan der Schule. Die Kinder üben das Zähneputzen, Händewaschen und das Benutzen einer richtigen Toilette. Dabei lernen sie in ihren Unterrichtsstunden auch von den Gefahren durch Infektionen und verschmutztes Trinkwasser.



Schuluniform 

Schuluniformen bilden einen festen Bestandteil des nigerianischen Schulsystems. Wie in vielen anderen Ländern, sollen sie dazu beitragen, offensichtliche soziale Unterschiede zu vernachlässigen und Vorurteile abzubauen. Viele Eltern können es sich nicht leisten, diese Uniformen anzuschaffen. Deshalb bekommt jedes Kind kostenfrei zwei Schuluniformen sowie Sportbekleidung für den wöchentlichen Sporttag zur Verfügung gestellt.


Ausstattung 

Im Gegensatz zu vielen staatlichen Schulen bietet die Hope Eden Community School exzellente Lernbedingungen. Dies betrifft sowohl das Gelände und die Räumlichkeiten, als auch die materielle Ausstattung.

Das Gelände selbst verfügt über einen Spielplatz mit Rutschen, Schaukeln und Klettermöglichkeiten, ein Fußballfeld, einen Schulgarten und eine eigene Schulküche. Im Schulgebäude befinden sich neben den Klassenräumen der Grundschule auch der Bereich des Kindergartens und der Vorschule. Zusätzlich dazu gibt es die Fachräume Computerraum, Schülerküche, Werkraum und eine eigene Schulbibliothek.

Die Schule besitzt eine eigene Strom- und Wasserversorgung, was in Nigeria keineswegs selbstverständlich ist. Dadurch kann der Unterricht unabhängig von Netzschwankungen des Betreibers planmäßig durchgeführt werden.

Auch die Ausstattung an Lehr- und Unterrichtsmaterialien ist dank zahlreicher Sponsoren insgesamt auf einem guten Niveau angelangt und trägt dazu bei, dass der Unterricht interessant und effektiv ist. Den Schülern werden auch Bücher, Hefte, Mäppchen und Stifte bereitgestellt.