einer kann lesen

Schulleiterin Judith besucht mit einem Team von GAiN eine Familie in Pasali. Das Dorf liegt in der Nachbarschaft der Schule. Ihr kleines Haus ist einfach gebaut und dient haupt-sächlich zum Schlafen. Vor dem Haus stecken Holzpfähle in der Erde, dazwischen sind löch-rige Tücher und alte Säcke gespannt, die einen kleinen Hof markieren. Hier liegen die wenigen Habseligkeiten der Familie verstreut herum: ein paar Töpfe, Tassen, Schüsseln mit bräunlich gefärbtem Wasser zum Trinken. Eine Bank wird den Gästen zum Sitzen angeboten. Die Gruppe hat Milchpulver, Kakao und Seife als Geschenk für die Familie mitgebracht. Die Gäste aus Deutschland fragen die Eltern, wie sie leben, was sie bewegt und warum sie ihre Kinder in die Schule von „Hope Eden“ schicken.  

Schlechte Voraussetzungen

Die Eltern sind einfache Bauern, die von dem leben, was sie anbauen. Vater Luka, der als einziges Kind von zwölf Geschwistern überlebte, hatte seinen Eltern auf der Farm helfen müssen, da blieb keine Chance auf eine Schulbildung. Auch seine Frau Sarah war nie in einer Schule. Ihre Eltern waren früh verstorben. Heute haben die beiden jungen Leute sechs Kinder. Die ältesten drei besuchen die Hope Eden Community School. Ikwo ihr ältester Sohn war der erste seiner Familie, der lesen kann. Luka hofft, dass Ikwo einmal einen Beruf erlernen kann. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn die Schule ist bekannt für ihr gutes Niveau. Schulleiterin Judith prüft bei der Anstellung von Lehrern genau, ob sie ihr Fach auch verstehen und mit dem Herzen dabei sind.  

Bildung und Brot

Judith und ihr Mann Elijah geben ihr Bestes, um den Hunger nach Bildung zu stillen. Aber manchmal gibt es noch ganz andere Situationen zu meistern, die mit echtem Hunger zu tun haben. Vor einigen Wochen vertrauten Luka und seine Frau ihnen an, dass sie Zwillinge erwarteten. Sie hatten große Angst vor der Geburt, wussten nicht, wie sie das Krankenhaus bezahlen und wie sie überhaupt mit zwei weiteren Kindern über die Runden kommen sollen. Elijah hat darauf hin die werdende Mutter zu mehreren Vorsorgeterminen in ein gutes Krankenhaus in der Stadt gefahren, wo man letztlich die Kinder per Kaiserschnitt entbunden hat. Die beiden Jungen waren sehr klein, aber gesund. Die Ärztin erkannte, dass die Mutter eigentlich mangelernährt ist, riet aber trotzdem dazu, die beiden Kinder zu stillen – die einzige Möglichkeit, Babies im Dorf zu ernähren und auch die hygienisch beste Lösung. So haben Judith und Elijah ein Ernährungsprogramm für die Mutter auf die Beine gestellt. Die Erstlingsausstattung, die das GAiN-Team aus Deutschland mitbrachte, war hier natürlich mehr als willkommen.